Klickertraining
Klickertraining ist eine Methode der Verhaltensbeeinflussung von Tieren und dient somit deren Ausbildung. Wissenschaftlich gesehen ist Klickertraining operante Konditionierung mit systematischer Verwendung eines konditionierten, sekundären Verstärkers.
Klickertraining ist mit nahezu jeder Tierart möglich und kann erfolgreich sein. Außer bei Delphinen, Hunden und Katzen wird es auch häufig bei Pferden, Vögeln und selbst bei niederen Tieren wie Lurchen, Amphibien etc. eingesetzt.
Klickertraining basiert auf dem Prozess der verhaltenswissenschaftlich begründeten „Operanten Konditionierung“ (nach B. F. Skinner) und wird durch „Klassische Konditionierung“ nach Pawlowvorbereitet.
Das Klickertraining nutzt den Effekt, dass ein Verhalten umso öfter gezeigt wird, wenn auf das Verhalten eine Konsequenz erfolgt, die für das Tier einen (umgangssprachlich ausgedrückt) „Gewinn“ darstellt (Lernen durch positive Verstärkung in Form von Belohnung, bzw. „Lernen am Erfolg“ nach Thorndike).
Ein „Gewinn“ für ein Tier ist z. B. die Befriedigung von Bedürfnissen, insbesondere von Defizit- und Grundbedürfnissen biologischer Notwendigkeit (z. B. Nahrung).
Der „Klicker“ als solcher ist ein Gerät, welches dem Kinderspielzeug „Knackfrosch“ ähnelt (ein geprägter Stahlblechstreifen, montiert in ein Gehäuse, der beim Biegen ein lautes Knackgeräusch erzeugt).Wesentlich für das „Lernen am Erfolg“ ist, dass das Tier die Konsequenz seines Verhaltens innerhalb eines möglichst kurzen Zeitraumes erfährt, so dass der Zusammenhang zwischen Verhalten und Konsequenz (die Verknüpfung) erhalten bleibt (das Verknüpfungszeitfenster für Hunde und Katzen liegt beispielsweise im Bereich von maximal 0,48 bis 0,7 Sekunden). Der Klick selbst ist keine Belohnung, sondern nur ein Markierungssignal für den präzisen Moment des gezeigten Verhaltens, wie ein fotografischer Schnappschuß. Im englischen wird auch von bridging signal gesprochen. Das Signal überbrückt den Zeitraum von Markierung des Verhaltens bis zur Belohnung.Das Geräusch des Klickers ist für das Tier zunächst bedeutungslos. Wird der Klicker unmittelbar vor der Gabe einer kleinen Futtermenge betätigt, lernt das Tier nach einigen Wiederholungen, dass der Klicker Futter ankündigt (Klassische Konditionierung). Somit wird aus einem bisher „neutralen Reiz“ ein „bedingter Reiz“, der ankündigt, dass ein Bedürfnis (nach Futter) befriedigt wird.
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